Tattoos – Kunst am Körper

14.02.2012

Sie gehen unter die Haut, sind dezentes modisches Accessoire oder großflächige Körperkunst: Tattoos, der Körperschmuck mit jahrtausendealter Tradition. Die ältesten Tätowierungen wurden in China an 7000 Jahre alten Mumien entdeckt.

Früher kam Tätowierungen eine wichtige rituelle Bedeutung zu, insbesondere in Polynesien und Japan, später auch in Nord- und Südamerika. In der heutigen westlichen Welt haben Tattoos seit den 1990er Jahren ihr zuvor negatives Image verloren und sind salonfähig geworden. Quer durch alle Gesellschaftsschichten lassen sich Menschen in Tattoostudios stechen. Welche Stoffe dabei genau in die Haut gelangen, wissen die wenigsten.

Gesundheitsexperten setzen sich nachdrücklich für strengere Regelungen ein, seit 2011 eine Untersuchung des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Karlsruhe veröffentlicht wurde. In sieben von 38 getesteten Tätowierfarben waren Nitrosamine, aromatische Amine und Phenol entdeckt worden – erwiesenermaßen gesundheitsschädliche Stoffe.
Außerdem enthielten 25 Tattoo-Farben problematische Farbstoffe, die zwar nicht verboten, aber dennoch nicht empfehlenswert sind.

Grundsätzlich schneiden bunte Farben schlechter ab als schwarze. Das hängt mit dem größeren Spektrum der verwendeten Chemikalien zusammen. Das rote Pigment CI 56110 ist beispielsweise als Autolackfarbe «Ferrari Rot» im Handel – ob Mann oder Frau sich darüber bewusst ist, dass der Bestimmungszweck solcher Farben ein ganz anderer sein kann, ist fraglich.

Ein Tattoo ist Vertrauenssache. Wer im Studio auf genaues Nachfragen keine oder schwammige Angaben zur Unbedenklichkeit der verwendeten Fragen erhält, sollte im Zweifelsfall lieber den Tätowierer wechseln. Seriöse Studiobetreiber geben nicht nur genau Auskunft über die Herkunft ihrer Tätowiermittel, sondern arbeiten auch insgesamt professionell und hygienisch einwandfrei. Eine saubere Umgebung und die gewissenhafte Desinfektion der Haut vor dem Stechen senken das Infektionsrisiko.

Ein guter Tätowierer beherrscht sein Handwerk und achtet auf strenge Hygiene, auch wenn er keinem typischen Ausbildungsberuf nachgeht. Die Grundtechniken werden in zwei bis drei Jahren vermittelt, echte Tätowierkünstler gehen bei verschiedenen Kollegen „in die Lehre“ und bilden sich beständig weiter.

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